background

Facebook

Fast ein Profi-Club

Regional-Amateurmeisterschaft und Aufstieg in die 2. Division Ab 1951 gaben also die Fußballerballer in Trier-Süd wieder den Ton an. Alle Mannschaften, Senioren, jugendliche und Schüler erhielten einen starken Auftrieb, nicht zuletzt durch die kluge und zielbewusste Arbeit von Spielertrainer Günther Merges. So errang der VfL 1951/52 die erste Meisterschaft nach dem Kriege. Im Moselstadion wurde in einem Entscheidungsspiel Sp.Vg. Zewen 3:2 besiegt und man war Meister der Landesliga Rheinland, Staffel Süd. Im gleichen Jahr holte man den begehrten Rheinland-Pokal durch einen 4:1 Erfolg über den FC Plaidt in Cochem, um schließlich auch noch Im "Hägin-Pokal" zu triumphieren. Das war damals schon eine ganz tolle Serie! Es ist Chronisten­pflicht, hier die Namen der beteiligten Spieler, Trainer und Betreuer zu nennen: Franz, Matthias und Gerhard Fellen, Günther Merges (Spielertrainer), Emil Rating, Hans Marx, Peter Blum, Franz Hoffmann, Anton Barzen, Carlo Pitzen, Willi Gremmler, Peter Weiland, Hans Otten, Matthias Kimmlinger, Klaus Wagner, Oskar Binder, Alex Pidancet, Hans Schmitt, Bob Konder, Werner Alt­müller, Fritz Tressel, Alfons Deinzer und Alfred Muschke. Nicht zu vergessen die unermüdlichen Ob­leute John Barzen und Willi Loser. Trotz der genannten Erfolge war man beim VfL noch nicht zufrieden ... es lockte die „Halbprofi-Liga“, die 2. Division Südwest. Dazu musste man Meister des Fußballverbandes Rheinland werden. Dieses Ziel wurde bereits l953/54 erreicht, doch in den Aufstiegsspielen hatte man das Nachsehen. Doch so schnell gab man beim VfL nicht auf. Auch im folgenden Jahr wurde man wieder Meister, diesmal vor Niederlahnstein und Bendorf. Die Meisterelf spielte meist in folgender Stammbesetzung: Scham­burger, Frischmann, Meirer, Dalpke, Marx, H. Binder, Castor, F. Feilen, G. Feilen, Steinbach, Barzen und Dietz. Großen Anteil an dem sportlichen Erfolg hatte Verbandstrainer Robert Heinz, der zu uns abgestellt war. Nun schien das Ziel - 2. Division - greifbar nahe. Und es wurde erreicht! Das entscheidende Spiel in Sobernheim sah unsere Elf in glänzender Form. Von Robert Heinz taktisch klug eingestellt, gelang der Mannschaft der 3:1 Sieg. Damit war die Meisterschaft im Südwesten er­rungen und der Aufstieg in den "bezahlten" Fußball Wirklichkeit geworden. Eine völlig neue Situation für den Trierer Fußball. Neben Eintracht Trier hatte die Region einen zweiten Vertreter im Ver­tragsspielerlager. Die Bezahlung der Spieler hielt sich, gemessen an heutigen Verhältnissen, in Grenzen. Sie erhielten einen monatlichen Grundbetrag, daneben Aktivitätszulagen und Siegprämien. Der Jahresetat der Vereine wurde gedeckt von den Spieleinnahmen und nicht unerheblichen Toto-Mitteln. Sponsorengelder im heutigen Sinne waren eher die Ausnahme. Die Geschäfte des VfL weiteten sich aus und bescherten ein gehöriges Maß an Mehrarbeit. Die Vorstandsvorsitzenden Heinz Pertz und Eugen Müller hatten erfahrene Mitarbeiter zur Seite, die mithalfen, die sportlichen und wirtschaftlichen Belange des Vereins zu meistern: Emil Rating, Peter Weiland, Peter Molz, Hans Lillig, Paul Vogtel, John Barzen, Willi Loser, Willi Gremmler, Hans Friedrich, Paul Seit und andere. Das erste Spieljahr in der neuen Liga brachte uns einen kaum erwarteten Erfolg. Unter 16 Mann­schaften aus den Verbänden Saarland, Rheinland und Südwest belegten wir den fünften Tabellenplatz Alles sprach von dem "Neuling aus Trier". Unter Trainer Robert Heinz waren folgende Aktive an diesem Erfolg und an den Meisterschaftsspielen der folgenden Jahre beteiligt: Schamburger, Lofy, Franz und Gerhard Feilen, Stehlik, Frischmann, Ferber, H. Marx, K. Marx, Binder, Weber, Pidancet, Dalpke, Weiler, Steinbach, Castor, Göbel, Meirer, Dietz und Kilian. Die sportlichen Erfolge stellten den VfL ins Rampenlicht. Das Trierer Publikum ließ es an Be­geisterung nicht fehlen und die Spiele auf der Heiligkreuzer Höhe hatten bald ihren "Rahmen". Unsere Fußballabteilung umfasste damals nicht weniger als 11 Mannschaften. 1. Vertragsspieler­mannschaft, Vertragsspieler-Reserve, 1. Amateurmannschaft, 2. Amateurmannschaft, Alte Herren sowie 6 Jugendmannschaften. Eine Riesenarbeit, wenn man an Organisation, Training, Betreuung, Fahrten und Materialbeschaffung denkt. Vier Jahre lang behauptete sich der VfL in der zweithöchsten Spielklasse des Deutschen Fußball­bundes, dann kam der Abstieg. Aber nicht mangelhafte sportliche Leistungen waren der Haupt­grund, sondern der "Verlust" des heimischen Heiligkreuzer Platzes. Dieser entsprach als Sand­platz und in seinen Abmessungen nicht mehr den Bestimmungen des Regionalverbandes. So musste man schweren Herzens ins ungeliebte Moselstadion umziehen. Der Verlust der gewohnten Um­gebung mit ihren begeisterungsfähigen Zuschauern trug entscheidend zum Niedergang bei. Außer­dem gelang es nicht, den Abgang von Paul Pidancet (Eintracht 05, danach Neunkirchen) und Hans Weber (BC Augsburg) durch gleichwertige Spieler auszugleichen. Die Saison 1958/59 brachte am Ende nur den vorletzten Tabellenplatz und damit den Abstieg aus der 2. Division. 

< vorherige Seite | nächste Seite >