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Die "Zwanziger Jahre"

Tribünenplätze auf der Eisenbahnbrücke. Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges beschränkte sich der Spielbetrieb der beiden Trier-Süder Vereine auf Freundschafts- und Turnierspiele, die sehr beliebt waren. Hansa weilte häufig im benachbarten Luxemburg (u.a. ein 2:2 beim Racingclub). Phönix hatte Vereine von der Saar zu Gast und beteiligte sich mit wechselndem Erfolg an Turnieren in Lothringen und in Luxemburg. Die Begeisterung für den Fußballsport nahm zu und die Mitgliederzahlen stiegen ständig. Da unter­brach 1914 der 1. Weltkrieg alle Aktivitäten. Das Vereinsleben kam zum Erliegen und viele hoffnungsvolle Sportler kehrten nicht mehr in die Heimat zurück.

Was man in der notvollen Nachkriegszeit kaum für möglich hielt, trat ein: Bald nach Kriegsende wurde man in den Vereinen schon wieder aktiv. Bereits 1919 wird die „Hansa“ unter Jakob Zaun­müller Mitglied des Süddeutschen Fußballverbandes und in den Jahren 1920/21 traten FV Homburg, Kölner BC, Sportverein Trier 05 und Eintracht 06 auf dem Hansaplatz in Medard an. Dieser Platz (im Bereich des heutigen Schammat-Wohngebietes) war vom Besitzer Dr. von Nell den Hanseaten gegen einen recht hohen Pachtbetrag zur Verfügung gestellt worden. An dieser Pacht und den ständigen Unterhaltungskosten hatte der Verein schwer zu tragen, weil Mitgliederbeiträge und geringe Spieleinnahmen eigentlich nie reichten. In dieser Notzeit belegten ständig zahlreiche Zaungäste die "billigen Tribünenplätze" auf der heute noch vorhandenen kleinen Eisenbahnbrücke am Sandbach. 

Auch die Phönix-Leute versuchten nach 1918 ihren Club wieder auf die Beine zu stellen. Nach mehreren Anläufen brachte 1921 eine Mitgliederversammlung in der Heiligkreuzer Schulbaracke den ersehnten Erfolg. Matthias Beck und Hans Müller gaben nicht eher Ruhe, bis das Vereinsschiff wieder unter vollen Segeln stand. Ein unglaublich zähes Bemühen in diesen sorgenvollen Nachkriegs­jahren. 

Es wurde in Trier-Süd wieder Fußball gespielt. In den Meisterschaftsspielen gab es für unsere Ver­eine ein stetes Auf und Ab. Es würde den Rahmen dieser Schrift sprengen, wollte man alle Einzel­heiten chronologisch wiedergeben. Herausragende Ereignisse sollen hier noch einmal in die Erinnerung gerufen werden. 
Der FV Hansa errang 1924/25 die Meisterschaft der A-Klasse, scheiterte zunächst aber in den Aufstiegsspielen zur Kreisliga Saar-Mosel. Dies gelang aber im nächsten Jahr, als man im Ent­scheidungsspiel den SV Wittlich bezwang. Hier die Mannschaft: Laros, Deutsch, Schneider, Rau, Herschler, Anton, Marzi, Reinert, Föhr, Schmitt, Marx. Ganz Medard empfing die vom Weishaus­stadion heimkehrende junge Fußballgarde. Aber die neue Saar-Mosel-Liga schien für die Hanseaten noch zu schwer. Trier 05, Völklingen, Dillingen, Merzig, FV Kürenz u.a. hießen die spielstarken Gegner. Am Ende reichte es nur zum vorletzten Tabellenplatz, aber eine Klassenänderung verhinderte den Abstieg. Im folgenden Jahr konnte man die Klasse mit einem guten sechsten Platz behaupten. 

In den Jahren bis 1931 wiederholten sich Auf - und Abstieg zur Kreisliga bzw. A-Klasse. 

Der SV Phönix wurde 1925/26 mit folgender Mannschaft Meister der C-Klasse und stieg in die B-Klasse auf: Beck, Binder, Brittner, Busert, Forstner, Gremmler, E. Lellinger, Meng, Ningel, Marx, Reisdorf, Remmels, Zettler. Zwei Jahre später stieg die Mannschaft in die A-Klasse auf und belegte als Neuling einen hervorragenden zweiten Tabellenplatz. Ein Jahr später war man bereits A-Klassen­meister mit 20:4 Punkten. Zu den oben erwähnten Spielern Kamen diese hinzu: Willy Fey, Hans Marx, Karl und Otto Matzat, Peter Merling, Adolf Olker, Karl Reuter, Nikolaus Dahm, Heinrich Zaunmüller und Josef May. Sie erreichten den Aufstieg zur Saar-Mosel-Liga und belegten 1929/30 vor Saarlouis, Konz und Ehrang den neunten Tabellenplatz. 

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